Projektgruppe:

Leben und Arbeiten in den Quadraten


Ein Grundrißbuch aus dem Jahr 1774 verrät uns nicht nur, welche Gebäude in den Qua-draten standen – sondern auch wer darin lebte, welchen Beruf er hatte und welche Abgaben er leisten musste.

 

Damals gab es noch kein Quadrat G4 oder H7, sondern nur eine durchgehende Num-merierung – die gleichzeitig Rückschlüsse über die Bebauung der Stadt zulässt. Einige Quadrate, etwa die B-Quadrate, auf denen heute Teile der Universität stehen, waren damals noch nicht verzeichnet.

 

Zunächst mussten wir uns an die Handschrift gewöhnen – und haben dann unsere Num-merierung von 1774 in ein leeres Quadrateschema übertragen. So wissen wir ab jetzt mit einem Blick, wo wir uns gerade bewegen.  

Dabei konnten wir schon einige interessante Details festhalten. So wohnte im heute völlig neu bebauten Quadrat D2, damals Quadrat 70, zum Beispiel einer der reichsten Bürger Mannheims: Ein Caffeesieder. Aber was genau tut ein Caffeesieder? Und warum verdiente man damit früher so viel Geld? Warum gibt es in den Mannheimer Quadraten außerdem so unendlich viele, meist auch recht wohlhabende birrbrauer? Wer soll denn das alles vertrinken? Und warum findet sich in den Listen kein Arzt sondern nur ab und an ein Chirurgus?

 

Ausgehend von diesen Fragen entstanden SchülerInnenarbeiten zu Bier- und Tabakkonsum sowie zur medizinischen Versorgung im 18. Jahrhundert – natürlich mit einem besonderen Blick auf die Quadratestadt. Für die SchülerInnen zählten diese Arbeiten als Teil ihres mündlichen Abiturs – durch die Kooperation mit Uni und Stiftung wurden sie aber auch aufbereitet und dem interessierten Publikum in der Mannnheim Siebzehneinhalb-App zugänglich gemacht. 

Abb.: Grundrißbuch von 1774. Stadtarchiv Mannheim.

Vielleicht sind Sie selbst QuadratbewohnerIn und möchten jetzt wissen, wer in Ihrem Quadrat vor 242 Jahren wohnte? Wir schauen gerne für Sie nach.