Projektgruppe:

Mannheim und die „respublica litterata“ –Wissenschaftler und Literaten


 

Eine kleine Projektgruppe, bestehend aus zwei Schülerinnen und einem Schüler, widmete sich den Wissenschaften im Mannheim des 17. Jahrhunderts. Doch wie sah die damalige Wissenschaftswelt überhaupt aus? Von wem wurde Wissenschaft gefördert? Welche Institutionen gab es? Zu welchem Zweck wurde geforscht?

 

Unter die Lupe genommen wurden die Sternwarte, die kurpfälzische Akademie und die Freimaurerloge.

 

Die Sternwarte

Der Grundstein zum Bau des Sternwartenturms in der unmittelbaren Nähe des Mannheimer Schlosses wurde bereits im Jahr 1772 gelegt. Der Hofastronom Christian Mayer forschte mit innovativen Gerätschaften und Messinstrumenten, sowie mit den Büchern der Hofbibliothek und in Zusammenarbeit mit dem Kursfürsten. Als seine bekannteste Leistung zählt die Ent-deckung von Doppelsternen.

Sämtliche berühmte Besucher Mannheims statteten dieser Wissenschaftseinrichtung interessiert einen Besuch ab, wie auch Wolfgang Amadeus Mozart. Wer einen genaueren Blick in das Gästebuch der Sternwarte (von 1777 bis 1810) werfen möchte kann das Besucherbuch hier digital einsehen: http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/sternwarte.html

 

 

Der Sternwartenturm wurde kürzlich restauriert und ist noch heute neben der Jesuitenkirche zu bewundern. 

 

Die kurpfälzische Akademie

Die kurpfälzische Akademie war eine Vereinigung verschiedener Wissenschaftsinstitutionen, die von 1763 bis 1803 Bestand hatte. Angeregt wurde die Gründung einer solchen Akademie durch den Gelehrten Schöpflin, gestiftet und unterstützt wurde diese Einrichtung durch Karl Theodor. Im 17. und 18. Jahrhundert kam es europaweit zur Gründung ähnlicher Akademien. Spannend an der kurpfälzischen Akademie sind die Ausgliederung einzelner Wissenschafts-bereiche und die trotzdem stattfindende gegenseitige wissenschaftliche Befruchtung. Die Sternwarte ist ein Beispiel für eine solche Ausgliederung.

 

Die Freimaurerloge

Spätestens seit dem Bestsellererfolg von Dan Brown erfreuen sich die Freimaurer einem breiten Öffentlichkeitsinteresse. Umso interessanter ist die Frage nach den konkreten historischen Fakten. Ein Schüler der Projektgruppe befasst sich näher mit den wechselseitigen Beziehungen der Geschichte der Freimaurer und der Stadtgeschichte Mannheims. Bereits im Jahr 1727 werden freimaurerische Aktivitäten erwähnt, die in den folgenden Jahrzehnten zuerst verboten und später sogar durch den Hof gefördert werden sollten. Noch heute hat die Loge Carl zur Eintracht, die sich namentlich auf den Kurfürsten Karl Theodor bezieht, einen festen Platz im Mannheimer Stadtbild.

Diese Loge sieht sich in der Nachfolge der 1756 gegründeten Loge St. Charles de l'Union, die wiederum aus der Loge Zur Einigkeit hervorgegangen ist. Die Freimaurer sind auch in der Gegenwart in Mannheim aktiv. Im Stadtkern findet man sowohl die Loge Carl zur Eintracht wie auch deren Tochterloge Johannisloge im Quadrat.